CMD, Kaumuskulatur und Kiefergelenke

Beschwerden im Kiefergelenk und der Kaumuskulatur gezielt erkennen und möglichst schonend behandeln.

Schmerzen im Kiefergelenk, eine verspannte Kaumuskulatur, Kieferknacken oder eine eingeschränkte Mundöffnung können Hinweise auf eine craniomandibuläre Dysfunktion – kurz CMD – sein. Eine sorgfältige Untersuchung hilft, die Ursache der Beschwerden einzugrenzen und eine individuell passende Behandlung zu planen.

Der Begriff craniomandibuläre Dysfunktion, kurz CMD, fasst verschiedene Funktionsstörungen und Beschwerden der Kaumuskulatur, der Kiefergelenke und der angrenzenden Strukturen zusammen. In der Schweiz wird dafür teilweise auch der Begriff Myoarthropathie verwendet.

CMD ist keine einzelne Erkrankung mit nur einer Ursache. Hinter ähnlichen Beschwerden können unterschiedliche muskuläre, gelenkbezogene oder schmerzmedizinische Probleme stehen. Deshalb ist eine genaue Abklärung wichtig, bevor eine Behandlung begonnen wird.

Welche Symptome können bei CMD auftreten?

Beschwerden der Kaumuskulatur und der Kiefergelenke können sich sehr unterschiedlich äussern. Typische Symptome sind:

  • Schmerzen im Kiefergelenk oder vor dem Ohr,
  • verspannte oder druckempfindliche Kaumuskeln,
  • Schmerzen beim Kauen, Sprechen oder Gähnen,
  • Kieferknacken, Reiben oder andere Gelenkgeräusche,
  • eine eingeschränkte oder schmerzhafte Mundöffnung,
  • ein zeitweises Blockieren des Unterkiefers,
  • morgendliche Kieferverspannungen,
  • Kopf- oder Gesichtsschmerzen, insbesondere im Schläfenbereich,
  • ein ungewohntes Gefühl beim Zusammenbeissen.

Nicht jedes dieser Symptome bedeutet automatisch, dass eine behandlungsbedürftige CMD vorliegt. Schmerzen im Zahn-, Kiefer- oder Gesichtsbereich können auch andere Ursachen haben, die bei der Untersuchung ausgeschlossen werden müssen.

Warum entstehen Beschwerden der Kaumuskulatur?

Die Kaumuskulatur wird im Alltag stark beansprucht. Übermässiges Anspannen, Zähnepressen oder Zähneknirschen kann dazu führen, dass die Muskeln ermüden, verspannen oder schmerzhaft werden.

Mögliche Einflussfaktoren sind:

  • Zähnepressen oder Zähneknirschen im Schlaf oder am Tag,
  • anhaltende Anspannung und Stress,
  • häufiges Kaugummikauen oder andere belastende Gewohnheiten,
  • ungewohnte oder einseitige Belastungen,
  • Verletzungen im Bereich von Kiefer, Gesicht oder Hals,
  • Schlafprobleme oder andere chronische Schmerzbeschwerden.

Häufig wirken mehrere Faktoren gleichzeitig zusammen. Eine einfache Erklärung wie ein vermeintlich falscher Biss reicht deshalb in vielen Fällen nicht aus, um die Beschwerden zuverlässig zu erklären.

Was bedeutet Kieferknacken?

Ein Knacken im Kiefergelenk kann entstehen, wenn sich die Gelenkscheibe während der Mundöffnung und des Mundschlusses verlagert. Ein solches Geräusch kommt relativ häufig vor.

Ist das Knacken schmerzfrei und lässt sich der Mund normal bewegen, ist häufig keine Behandlung erforderlich. Eine Untersuchung ist insbesondere sinnvoll, wenn das Knacken neu auftritt, schmerzhaft ist, stärker wird oder mit einer eingeschränkten Mundöffnung beziehungsweise einem Blockieren des Unterkiefers verbunden ist.

Was ist Bruxismus?

Bruxismus bezeichnet das unbewusste Pressen oder Knirschen mit den Zähnen. Dabei wird zwischen Schlafbruxismus und Wachbruxismus unterschieden.

Beim Wachbruxismus werden die Zähne tagsüber häufig unbemerkt aufeinandergepresst oder die Kaumuskeln angespannt. Beim Schlafbruxismus treten entsprechende Muskelaktivitäten während des Schlafes auf.

Mögliche Folgen sind:

  • morgendliche Kiefer- oder Muskelschmerzen,
  • Verspannungen der Kaumuskulatur,
  • Abnutzung oder Schäden an den Zähnen,
  • Überlastung von Füllungen, Kronen oder Implantaten,
  • Kopf- oder Schläfenschmerzen.

Nicht jeder Mensch, der mit den Zähnen knirscht oder presst, entwickelt Beschwerden. Entscheidend ist, ob Schmerzen, Schäden oder funktionelle Einschränkungen auftreten.

Wie werden CMD und Kiefergelenksbeschwerden untersucht?

Am Anfang steht ein ausführliches Gespräch über die Beschwerden. Dabei interessieren uns insbesondere der Beginn, die Dauer und die genaue Lage der Schmerzen sowie Faktoren, welche die Symptome verstärken oder lindern.

Anschliessend untersuchen wir:

  • die Beweglichkeit und Öffnung des Unterkiefers,
  • die Kaumuskulatur und angrenzende Muskelbereiche,
  • die Kiefergelenke und mögliche Gelenkgeräusche,
  • die Zähne auf Abnutzung, Risse oder Überlastungsspuren,
  • die vorhandenen Füllungen, Kronen und den Zahnersatz,
  • die funktionellen Kontakte beim Zusammenbeissen.

Eine bildgebende Untersuchung ist nicht bei allen Patientinnen und Patienten notwendig. Röntgenaufnahmen, eine dreidimensionale Aufnahme oder eine Magnetresonanztomografie kommen vor allem dann infrage, wenn die Beschwerden, der klinische Befund oder der Verdacht auf eine strukturelle Veränderung dies erfordern.

Wie wird CMD behandelt?

Die Behandlung richtet sich danach, ob die Beschwerden hauptsächlich von der Kaumuskulatur, dem Kiefergelenk oder mehreren Strukturen ausgehen. In den meisten Fällen beginnen wir mit schonenden und reversiblen Massnahmen.

Je nach Befund können dazu gehören:

  • Aufklärung über die Ursache und den Umgang mit den Beschwerden,
  • Entlastung der Kaumuskulatur im Alltag,
  • Wärme- oder Kälteanwendungen,
  • gezielte Bewegungs- und Entspannungsübungen,
  • physiotherapeutische oder manualtherapeutische Behandlung,
  • eine individuell angefertigte Aufbissschiene,
  • eine zeitlich begrenzte medikamentöse Schmerzbehandlung,
  • die Mitbehandlung durch weitere medizinische Fachrichtungen.

Welche Massnahmen sinnvoll sind, hängt von den individuellen Beschwerden ab. Nicht jede Patientin und jeder Patient benötigt eine Schiene, eine aufwendige Funktionsanalyse oder eine Veränderung der Zahnkontakte.

Wann ist eine Aufbissschiene sinnvoll?

Eine Aufbissschiene wird individuell für einen Kiefer angefertigt und überwiegend nachts getragen. Sie kann die Zähne vor weiterer Abnutzung schützen, die Belastung gleichmässiger verteilen und bei ausgewählten Beschwerden der Kaumuskulatur oder Kiefergelenke unterstützend eingesetzt werden.

Eine Schiene beseitigt jedoch nicht automatisch die Ursache der Beschwerden. Sie sollte deshalb auf Grundlage einer Untersuchung angefertigt und regelmässig kontrolliert werden. Eine Schiene darf den Zusammenbiss nicht dauerhaft und unkontrolliert verändern.

Was kann ich selbst gegen Kieferverspannungen tun?

Bei muskulären Beschwerden können einfache Veränderungen im Alltag bereits zur Entlastung beitragen:

  • Die Zähne sollten sich ausser beim Kauen normalerweise nicht berühren.
  • Vermeiden Sie häufiges Kaugummikauen und das Kauen auf Stiften oder Fingernägeln.
  • Bei akuten Beschwerden können vorübergehend weichere Speisen hilfreich sein.
  • Öffnen Sie den Mund beim Gähnen nicht gewaltsam maximal weit.
  • Wärme kann verspannte Kaumuskeln entspannen.
  • Achten Sie tagsüber bewusst auf unwillkürliches Pressen der Zähne.
  • Regelmässige Pausen, Bewegung und Entspannungsverfahren können bei stressabhängigen Beschwerden unterstützen.

Diese Massnahmen ersetzen keine Untersuchung, wenn die Beschwerden stark sind, länger anhalten oder wiederholt auftreten.

Wann sollte das Kiefergelenk untersucht werden?

Eine zahnärztliche Untersuchung ist insbesondere sinnvoll, wenn:

  • Kiefergelenks- oder Muskelschmerzen wiederholt auftreten,
  • das Kauen oder Öffnen des Mundes schmerzhaft ist,
  • sich der Mund nicht mehr vollständig öffnen lässt,
  • der Unterkiefer regelmässig blockiert,
  • das Kieferknacken mit Schmerzen verbunden ist,
  • Zähne durch Pressen oder Knirschen sichtbar geschädigt werden,
  • Kopf- oder Gesichtsschmerzen mit der Kieferfunktion zusammenhängen könnten.

Bei einer plötzlich starken Bewegungseinschränkung, einer anhaltenden Kieferblockade, deutlicher Schwellung, Fieber oder Beschwerden nach einem Unfall sollte zeitnah eine medizinische oder zahnärztliche Abklärung erfolgen.

CMD-Behandlung und Kiefergelenkabklärung in Uster

Beschwerden der Kaumuskulatur und der Kiefergelenke sollten differenziert untersucht und möglichst gezielt behandelt werden.

In unserer Zahnarztpraxis in Uster untersuchen wir Schmerzen der Kaumuskulatur, Kiefergelenksbeschwerden, Kieferknacken, Bruxismus und Einschränkungen der Mundöffnung. Auf Grundlage des Befundes entwickeln wir ein individuelles Behandlungskonzept und arbeiten bei Bedarf mit Physiotherapie, Hausärztinnen und Hausärzten oder weiteren Fachdisziplinen zusammen.

oder anrufen: 044 940 71 45